Filmemacher werden – So gelingt der Einstieg in die Hochzeitsvideografie

von Kamerakinder
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Wir sind seit fünf Jahren in der Hochzeitsbranche tätig und kennen die Branche wie unsere Westentasche. Im heutigen Beitrag zeige ich dir wie auch du Filmemacher werden kannst und den Einstieg in die Hochzeitsvideografie schaffst.

Das Wichtigste in Kürze:

Das wichtigste für neue Projekte und eigentlich egal welche ist es nicht die Zeit in der Theorie zu verschwenden und zum Beispiel die beste Kamera zu suchen oder vielleicht sogar zu denken, Du könntest gewisse Projekte nur mit diesem oder jenem Equipment umsetzen. Versuche so viel Erfahrung wie möglich in der Praxis zu sammeln und dein Portfolio in dem Prozess aufzubauen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die Umsetzung und tatsächlich etwas zu machen! Eine Idee alleine ohne das TUN bringt dich nicht weiter.
Kamerakinder
Arbeite an deiner Fähigkeit zu Filmen und versuche immer besser zu werden. Genauso wichtig ist es aber auch mit deiner Arbeit gesehen zu werden. Dafür gibt es verschiedene Wege. Versuche am besten deinen eigenen zu finden. Weniger ist hier oft mehr.

 

EINLEITUNG
Ich werde dich jetzt nicht mit der ganzen Geschichte langweilen wie wir zur Hochzeitsfotografie gekommen sind, aber für den Kontext: Long Story Short: Corina und Ich hatten schon immer irgendwie mit Kameras zu tun, richtig Zeit um die Materie zu verstehen hatten wir aber auf unserer Reise, wo wir ein Jahr durch Südost Asien, Neuseeland und Australien mit dem Rucksack getourt sind. Diese kleinen Filmchen brachten uns zu unserer ersten Hochzeit und seitdem sind wir Hochzeitsfoto- und videografen. Um als Filmemacher mit Hochzeiten zu starten gibt es die verschiedensten Wege und jeder hat gefühlt seine ganz persönliche Geschichte. Im heutigen Video möchte ich deshalb über all die Dinge sprechen, die wir gemacht haben um in der Branche Fuß zu machen und zweitens alle Dinge, die ich bei anderen gesehen habe, um erfolgreich als Hochzeitsvideograf zu arbeiten. Bevor wir starten noch kurz eine Klarstellung ich habe natürlich nicht alle Antworten und würde mich das auch nie behaupten trauen. Ich bin zwar professioneller Hochzeitsfoto und Videograf und lebe auch von dem, aber ich lerne auch ständig dazu. Wenn du also etwas aus deiner Erfahrung beizutragen hast dann lass es mich einfach in den Kommentaren wissen. Ok starten wir mit Tipp Nummer 1:
Tipp #1: Verschwende deine Zeit nicht mit Equipment
Ich habe zwar jetzt den Vorteil, dass ich einen YouTube Kanal über Kameratechnik betreiben kann, bei Hochzeiten hat mich mein Technikwahn aber leider überhaupt nicht weiter gebracht. Natürlich braucht man einen gewissen Standard und muss sich mit dem Zeug auskennen, aber das was ich bei vielen Anfängern sehe inklusive mir ist einfach viel zu viel und die Zeit wäre in das Lernen des Handwerkes besser investiert. Meine Empfehlung ist hier einfach langsam zu wachsen und ich persönlich würde keine Schulden machen. Natürlich hat man mit besserem Equipment ein besseres Gefühl, aber unterm Strich sieht fast kein Brautpaar die Unterschiede und niemand fragt dich nach deiner Kamera. Die Ergebnisse müssen stimmen. Außer dir weiß auch keiner ob auf der Kamera 6d, 5d oder 1dx drauf steht und 99% wissen selbst wenn sie es sehen den Unterschied nicht.
Tipp #2: Du brauchst 2 Kameras
Sobald du Geld für eine Hochzeit nimmst bist du meiner Meinung nach verpflichtet eine 2 Kamera zu haben. Freunden kannst du vielleicht noch erklären, dass du den Rest des Videos mit dem iPhone machst, und glaub mir selbst die werden nicht sonderlich erfreut sein. Equipment ist nicht wichtig, aber du brauchst ein Backup, glaub mir du willst ein Backup für deine Kamera..
Tipp #3: Arbeite gratis
Viele Foto und Videografen werden mich für diese Aussage hassen, aber ich mache sie trotzdem. Wenn du mit Hochzeiten starten willst, dann mach einfach deine ersten gratis oder für wenig Geld. Ganz ehrlich wenn du kein Portfolio hast niemand weiß wer du bist und was du machst, warum sollte dir wer viel Geld geben. Ich bin an dieser Stelle pragmatisch und rate jedem auch pragmatisch zu sein. Die Chancen wenn du als Filmer auf einer Hochzeit bist sind groß, dass ein Fotograf auch dabei ist. Wenn du 5-10 Hochzeiten für wenig Geld machst siehst du 5-10 Fotografen arbeiten und kannst lernen was wichtig ist. 
Tipp #4: Sammle Erfahrung als Second Shooter
Der andere Weg hier wäre Videografen oder auch Fotografen auf Hochzeiten zu begleiten und so das Handwerk zu erlernen. Frag einfach Foto und Videografen in deiner Umgebung. Als Grundsatz gilt hier Sei ein netter Mensch, dann kann nicht viel schief gehen. Viele werden auch überhaupt kein Problem damit haben wenn du die Fotos oder das Videomaterial für dein Portfolio verwendest, klär das aber auf alle Fälle vorher ab. Wir persönlich haben das nicht gemacht, die Erfahrung die man aber so sammeln kann ist unbezahlbar. 
Tipp #5: Baue dir ein Netzwerk auf
Fotografen und Filmer in der Hochzeitsbranche sind großteils sehr gesellig und für uns sind ein paar echte Freundschaften entstanden. Dieses Konkurrenzdenken was man gerade als Anfänger erwartet trifft man eher selten an. Meiner Meinung nach gibt es auch keinen Grund denn es gibt so viele Hochzeiten alleine in Österreich 40k pro Jahr und man kann gerade mal 25-30 machen, also keinen Stress. Aber nicht nur der Kontakt zu anderen Filmemachern ist wichtig, sondern baue ein Netzwerk in der Branche auf und verbinde dich mit so vielen Menschen wie möglich. Ein Netzwerk aus Gleichgesinnten kann dich darüber hinaus bei den verschiedensten Themen und Fragen unterstützen. Wer hier Hilfe braucht, ich verlinke in der Beschreibung das Buch Wie man Freunde gewinnt, der Titel ist komisch der Inhalt ist aber Weltklasse.
Tipp #6: Arbeite an deinem Portfolio
Das Wichtigste als Hochzeitsvideograf ist dein Portfolio. Wenn du keines hast dann tu alles dafür deins aufzubauen. Arbeite Gratis, Arbeite für wenig Geld, arbeite als Second Shooter oder organisiere Styled Shootings. Wir haben um die Hochzeitsvideografie zu lernen 10 Hochzeiten für das System Pay as you Wish gemacht. Wir haben eine Facebook Werbung geschalten, also Geld ausgegeben um das Handwerk zu lernen und unser Portfolio aufzubauen. Innerhalb von einem Monat hatten wir 10 Hochzeitsbuchungen. Wenn dich interessiert, was wir schlussendlich mit den Hochzeiten verdient haben dann lass mich das in den Kommentaren wissen. 
Tipp #7: Organisiere Styled Shootings 
Der Boost für dein Portfolio sind Styled Shoots. Wir lieben sie und wir machen sicher 5 im Jahr. So kannst du nicht nur dein Portfolio aufbessern und zeigen was du wirklich kannst, sondern du hast auch in einer geschützten Umgebung die Möglichkeit zu experimentieren und deiner Kreativität freien Lauf zu lassen.
Tipp #8: Zeige deine Arbeit
Dein Portfolio alleine reicht natürlich nicht wenn es nicht auch Leute sehen. Social Media eignet sich dafür perfekt. Auch wenn Social Media viel machen kann so solltest du aber dein Portfolio auch auf einer Website online haben. Du bekommst zwar die Leads durch Social Media aber mit einer Website kannst du diese dann auch in Kunden verwandeln. Warte nicht zu lange und auf das perfekte Portfolio, denn dann wirst du nie starten. Gehe mit dem Raus was du hast und versuche deine Arbeiten so schnell wie möglich dort hin zu bringen wo du willst. Aber meiner Meinung nach ist es besser gesehen zu werden als in Perfektion unterzugehen.
Tipp #9: Mache deine Kunden glücklich
Mundpropaganda wird extrem unterschätzt und spielt aber noch so eine große Rolle. Die Anzahl an Bräuten die einen Fotografen oder Filmer von der besten Freundin empfohlen bekommt und nicht mal das Internet bemüht sind wahrscheinlich riesig. Wenn du deine Kunden mit also glücklich machst werden sie dich liebend gerne ohne dass du auch nur einen einzigen Cent zahlst weiterempfehlen. Under Promise Over Deliver. 
Tipp #10: Hustle
No Pain no Gain. So jetzt haben wir alle Sprüche durch. Du solltest natürlich nicht so viel arbeiten, dass du ins Burn Out oder in die Depression schlitterst, aber der Grundsatz stimmt schon. Der Einstieg ist leider nicht ganz leicht und verlangt einiges von einem ab. Wenn du aber bereit bist die Arbeit und Energie zu investieren, dann bekommst du einen Job der mehr als nur erfüllend ist. Du arbeitest mit gut gelaunten Menschen, du machst andere glücklich und im besten Fall machst du genau das was du liebst. Und wenn du es wirklich liebst wird es dir nicht wirklich wie Arbeit vorkommen. Ich habe aber in der Branche noch keinen gesehen der ohne Arbeit erfolgreich ist.
Tipp #11: Besuche Hochzeitsmessen

Viele in der Industrie sind extrem erfolgreich mit Hochzeitsmessen. Allerdings sollte dein Portfolio stimmen und du solltest wissen wie du dich präsentierst damit du konvertierst. Wir waren zwar schon auf welchen, das ist aber nicht unser Ding.

Tipp #12: Performance Marketing
Eine günstige Methode um Leute zu erreichen sind Facebook, Instagram und StudiVZ Ads. Definitiv solltest du StudiVZ Ads laufen lassen. Wir haben schon mit Werbung auf Facebook und Instagram gespielt insgesamt ist es gerade zu Beginn nicht unbedingt notwendig, aber wenn man eine bestimmte Zielgruppe erreichen will schon sehr praktisch. Facebook organisch ist tot aber die Preise für Werbung halten sich noch im Rahmen. In letzter Zeit erlebt die organische Reichweite bei Facebook aber wieder einen Aufschwung durch Facebook Reels.
Tipp #13: Besuche Workshops und Kurse
Workshops und Kurse können sehr interessant sein, man sollte sich aber genau überlegen was man braucht und das mit den Angeboten vergleichen. Wir haben schon den ein oder anderen Euro vor allem in Online Kurse investiert und konnten wirklich aus jedem einzelnem Kurs etwas mitnehmen. Bei manchen war aber das Geld besser investiert wie bei anderen. 
Schlusswort
Das wars auch schon wieder mit meinen Tipps für den Einstieg als Filmemacher in die Hochzeitsbranche und ich hoffe es war was für dich dabei und du konntest dir ein wenig was mitnehmen. Du möchtest mehr über das Thema erfahren oder vielleicht sogar mit mir über das Thema sprechen, dann schau bei unserer Akademie vorbei.

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